Mehrschichtig verhorntes Plattenepithel

Fingerbeere · HE

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Fingerbeere, HE, Übersicht: Epidermis mit dicker Hornschicht und Dermis
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Übersicht Leistenhaut der Fingerbeere: dicke rosa Hornschicht, dunkle Granulosum-Linie, tiefe Epidermisleisten und Dermispapillen. Aufnahme: © AnatomyProf

Beschriftete Strukturen

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Das mehrschichtig verhornte Plattenepithel findet man beim Menschen ausschließlich in der Epidermis. Die Haut wird als Cutis bezeichnet, das unterliegende Gewebe als Subcutis (Fett und lockeres Bindegewebe, Mechanorezeptoren, Nerven). Die Cutis gliedert sich in die Epidermis und Dermis/Corium. Das Epithel (Epidermis) besteht aus den Schichten Stratum corneum, Stratum lucidum, Stratum granulosum, Stratum spinosum, Stratum basale. In die Basalmembran einstrahlende Bindegewebsfasern werden durch Ankerfibrillen befestigt. Die Dermis beherbergt das Stratum papillare und auch die Talg- und Duftdrüsen.

Die Fingerbeere gehört zur Leistenhaut: Sie ist unbehaart, besitzt keine Talgdrüsen, aber besonders viele ekkrine Schweißdrüsen und eine außergewöhnlich dicke Hornschicht. Epidermisleisten greifen tief in die Dermis, dazwischen liegen hohe Bindegewebspapillen. Deshalb lassen sich hier alle Schichten der Epidermis besonders gut verfolgen.

Daran erkennst du es

  • Sehr dicke, kernlose, homogen rosa Hornschicht
  • Dunkle Linie des Stratum granulosum
  • Polygonale Zellen im Stratum spinosum
  • Tiefe Epidermisleisten und hohe Dermispapillen
  • Keine Haare und keine Talgdrüsen

Aufbau

Von basal nach apikal: Das Stratum basale ist eine Lage prismatischer Zellen mit dunklen Kernen auf der Basalmembran (Stammzellen, dazwischen Melanozyten). Im Stratum spinosum liegen mehrere Lagen polygonaler Zellen, die über Desmosomen verbunden sind. Das Stratum granulosum besteht aus wenigen Lagen abgeflachter Zellen mit basophilen Keratohyalingranula – im Präparat eine dunkle Linie. In der Leistenhaut kann darüber ein schmales, homogenes Stratum lucidum liegen. Das Stratum corneum besteht aus kernlosen, keratingefüllten Hornzellen.

Funktion

Die Keratinozyten wandern in etwa vier Wochen von basal zur Oberfläche, verlieren dabei Kern und Organellen und werden zu Hornzellen (Keratinisierung). Lipide aus den Lamellenkörperchen des Stratum granulosum versiegeln die Interzellularräume. So entsteht eine Barriere gegen Wasserverlust, Keime und mechanische Belastung. Die Verzahnung von Epidermisleisten und Dermispapillen verankert die Epidermis und schafft Platz für Meissner-Tastkörperchen – Grundlage des feinen Tastsinns der Fingerbeere.

Mikroskopie-Tipps

Bei schwacher Vergrößerung fällt die breite, homogen rosa Hornschicht auf, die oft dicker ist als der lebende Teil der Epidermis. Die dunkle Linie darunter ist das Stratum granulosum – eine gute Orientierungsmarke. Bei starker Vergrößerung siehst du im Stratum spinosum runde Kerne mit hellem Hof und die Basalzellen entlang der Papillen. Korkenzieherartige Kanälchen in der Hornschicht sind Ausführungsgänge von Schweißdrüsen. Abgrenzung zum Oesophagus: dort fehlen Hornschicht und Stratum granulosum, die Oberflächenzellen haben Kerne.

Klinischer Bezug

Die Leistenmuster der Fingerbeere sind genetisch angelegt und lebenslang unverändert – Grundlage des Fingerabdrucks. Bei der Psoriasis ist die Zellerneuerung stark beschleunigt: Die Hornschicht enthält noch Kerne (Parakeratose) und das Stratum granulosum fehlt. Aus Basalzellen und Keratinozyten können Basalzell- bzw. Plattenepithelkarzinome entstehen. Schwielen (Hyperkeratose) zeigen, wie die Hornschicht auf dauerhaften Druck mit Verdickung reagiert. Fehlt dagegen die mechanische Belastung, wird die Hornschicht dünner.

Präparat-Bilder

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