Einschichtiges hochprismatisches Epithel

Gallenblase · Trichrom

Quiz starten
Gallenblase, Trichrom, mittlere Vergrößerung: Schleimhautfalten mit hochprismatischem Epithel
1 2 3 4 5 6
Mittlere Vergrößerung Verzweigte Schleimhautfalten der Gallenblase, überzogen von hochprismatischem Epithel; im grünen Bindegewebe der Lamina propria liegen Kapillaren. Aufnahme: © AnatomyProf

Beschriftete Strukturen

Für dieses Bild gibt es keine Beschriftung – nutze die Bildbeschreibung.

Der Schnitt aus der Gallenblase zeigt ein einschichtiges hochprismatisches Epithel mit Mikrovilli zur Resorption.

Die Schleimhaut der Gallenblase bildet zahlreiche verzweigte Falten, die von einem einheitlichen hochprismatischen Epithel überzogen sind. Die Zellen sind deutlich höher als breit, ihre länglichen Kerne liegen in einer Reihe im basalen Zelldrittel. In der Trichromfärbung hebt sich das Bindegewebe der Lamina propria grün vom grau-violetten Epithel ab.

Daran erkennst du es

  • Eine Reihe länglicher, basal gelegener Kerne
  • Zellen deutlich höher als breit
  • Feiner apikaler Saum aus Mikrovilli
  • Keine Becherzellen
  • Verzweigte Schleimhautfalten mit lockerer Lamina propria

Aufbau

Jede Epithelzelle sitzt der Basalmembran auf und reicht bis zum Lumen. Der Kern ist oval bis länglich und parallel zur Zellachse ausgerichtet; da alle Kerne etwa auf gleicher Höhe liegen, entsteht eine einzige Kernreihe. Apikal tragen die Zellen kurze Mikrovilli (Aktin- und Fimbrinbündel, etwa 1–2 µm), die lichtmikroskopisch als feiner Saum erscheinen. Seitlich sind die Zellen durch Schlussleisten (Tight Junctions) verbunden. Unter dem Epithel liegt eine zell- und gefäßreiche Lamina propria; eine Muscularis mucosae und Submukosa fehlen der Gallenblase.

Funktion

Die Gallenblase speichert und konzentriert die Lebergalle. Das Epithel resorbiert aktiv Natrium und Chlorid, Wasser folgt osmotisch und gelangt über die Interzellularspalten in die Kapillaren der Lamina propria. Die Mikrovilli vergrößern die resorbierende Oberfläche, Tight Junctions verhindern, dass Galle zwischen den Zellen ins Gewebe sickert. Auf diese Weise kann die Galle um ein Vielfaches eingedickt werden. Zusätzlich bilden die Epithelzellen etwas Schleim, der die Oberfläche vor den aggressiven Gallensäuren schützt, und sie sezernieren Bikarbonat.

Mikroskopie-Tipps

Bei schwacher Vergrößerung siehst du die verzweigten Schleimhautfalten, die im Anschnitt wie Zotten wirken – Becherzellen fehlen aber, das unterscheidet die Gallenblase vom Darm. Bei starker Vergrößerung prüfst du: eine Kernreihe, Zellen höher als breit, apikaler Saum. Täuschend sind schräg geschnittene Falten: Dort liegen Kerne scheinbar in mehreren Etagen. Suche deshalb eine Stelle, an der das Epithel senkrecht getroffen ist. Unterhalb der Schleimhaut folgt eine lockere Wand aus glatten Muskelbündeln und Bindegewebe.

Klinischer Bezug

Wird die Galle zu stark konzentriert oder ist ihre Zusammensetzung gestört, fallen Cholesterin oder Bilirubinsalze aus: Es entstehen Gallensteine (Cholelithiasis). Sie können eine Entzündung der Gallenblasenwand (Cholezystitis) auslösen. Bei chronischer Entzündung buchtet sich die Schleimhaut tief in die Muskelschicht ein (Rokitansky-Aschoff-Sinus). Diese Aussackungen sind ein typischer Befund im Operationspräparat nach Cholezystektomie. Langjährige Gallensteinleiden erhöhen außerdem das Risiko für ein Gallenblasenkarzinom.

Präparat-Bilder

Teste dein Wissen

Ordne jedem Begriff die richtige Nummer im Bild zu.

Tippe im Bild auf die gesuchte Struktur.

Multiple-Choice-Fragen zu Aufbau und Funktion.

Aktualisiert: