Nr. 10 Drüsengewebe

Becherzellen

Duodenum · Trichrom

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Duodenalwand, Trichrom, Übersicht: Brunner-Drüsen in der Tela submucosa
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Übersicht Übersicht der Duodenalwand: In der grün gefärbten Tela submucosa liegen helle, läppchenförmige Brunner-Drüsen, rechts unten die Schleimhaut, oben und links die Muskelschichten. Aufnahme: © AnatomyProf

Beschriftete Strukturen

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Man erkennt die apikal erweiterten kelchförmigen Becherzellen. Es handelt sich dabei um ein intraepitheliales einzelliges Drüsengewebe. Auch einzellig wären die Panethzellen, welche für die lokale Immunabwehr verantwortlich sind.

Becherzellen sind das einfachste Beispiel für eine exokrine Drüse: Eine einzelne Epithelzelle bildet Muzine und gibt sie per Exozytose an die Oberfläche ab. Im Duodenum liegen sie verstreut zwischen den resorbierenden Enterozyten; zusätzlich besitzt das Duodenum als Besonderheit die mehrzelligen Glandulae duodenales (Brunner-Drüsen) in der Tela submucosa.

Daran erkennst du es

  • Helle, kelchförmig aufgetriebene Zellen im Oberflächenepithel
  • Kern abgeflacht im schmalen basalen Zellfuß
  • Liegen einzeln zwischen hochprismatischen Enterozyten
  • Benachbarte Enterozyten mit eosinophilem Bürstensaum
  • Duodenum: muköse Brunner-Drüsen in der Tela submucosa

Aufbau

Die Becherzelle ist eine hochprismatische Epithelzelle mit typischer Polarität: Der schmale Fuß sitzt der Basalmembran auf und enthält den abgeflachten, oft dreieckigen Zellkern, raues ER und Golgi-Apparat. Apikal ist die Zelle durch dicht gepackte Muzingranula zu einem Kelch (Theca) aufgetrieben. In der HE- oder Trichromfärbung bleiben die Granula weitgehend ungefärbt, der Kelch wirkt daher hell und wabig. Die benachbarten Enterozyten sind schlanke Säulenzellen mit länglichem, basal gelegenem Kern und einem eosinophilen Bürstensaum aus Mikrovilli.

Funktion

Becherzellen sezernieren Muzine, stark glykosylierte Proteine, die mit Wasser zu einem viskosen Schleimfilm aufquellen. Dieser schützt das Epithel mechanisch und chemisch, erleichtert den Transport des Darminhalts und hält Mikroorganismen auf Abstand. Die Sekretion erfolgt merokrin, bei starker Reizung auch schubweise durch Entleerung des gesamten Kelches. Die Zahl der Becherzellen nimmt vom Duodenum zum Colon hin deutlich zu. Die Brunner-Drüsen ergänzen den Schutz: Ihr alkalischer, bicarbonatreicher Schleim neutralisiert den sauren Mageninhalt.

Mikroskopie-Tipps

Suche bei mittlerer Vergrößerung das Oberflächenepithel der Zotten und achte auf helle, rundlich-ovale Aussparungen zwischen den dunkleren Enterozyten. Bei starker Vergrößerung siehst du, dass der Kelch zum Lumen hin offen ist und der Kern unterhalb davon gequetscht im schmalen Fuß liegt. Das Duodenum erkennst du in der Übersicht an den Brunner-Drüsen: hellen, mukösen Drüsenläppchen unterhalb der Lamina muscularis mucosae. Verwechslungsgefahr: Quer angeschnittene Becherzellen können wie Vakuolen oder Fettzellen aussehen – entscheidend ist ihre Lage im Epithelverband.

Klinischer Bezug

Bei der intestinalen Metaplasie der Magenschleimhaut oder beim Barrett-Ösophagus treten Becherzellen an Orten auf, an denen sie normalerweise fehlen – ein wichtiges diagnostisches Kriterium in der Pathologie. Bei der Mukoviszidose ist der Schleim durch gestörten Chlorid- und Wassertransport zäh und kann den Darm verlegen. Eine Hyperplasie der Brunner-Drüsen kann selten als Polyp im Duodenum auffallen. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie der Colitis ulcerosa ist dagegen eine Becherzellverarmung typisch.

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