Nr. 12 Drüsengewebe

Tubuloazinöse Drüse

Glandula submandibularis · HE

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Glandula submandibularis, HE, Übersicht: Läppchen, Streifenstücke, interlobulärer Gang
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Übersicht Übersicht: Drüsenläppchen mit zahlreichen eosinophilen Streifenstücken, getrennt durch lockere Septen; in den Septen ein weiter interlobulärer Ausführungsgang und Blutgefäße. Aufnahme: © AnatomyProf

Beschriftete Strukturen

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Hier erkennt man eine gemischte Drüse: Es handelt sich um eine seromuköse Drüse. Dies bedeutet, dass man mehr seröse anstatt muköse Drüsen vorfindet. Dies lässt sich hier auch anhand der Endstücke nachvollziehen. Außerdem ist ein Halbmond zu erkennen und ein Ausführungsgang. Ausführungsgänge werden in Schaltstücke und Streifenstücke (größeres Lumen) eingeteilt.

Die Glandula submandibularis ist eine zusammengesetzte (verzweigte) tubuloazinöse Drüse: Seröse Azini und muköse Tubuli münden in ein verzweigtes Gangsystem aus Schaltstücken, Streifenstücken und interlobulären Ausführungsgängen. Bindegewebige Septen gliedern das Organ in Läppchen. Gerade die gut ausgebildeten, eosinophilen Streifenstücke machen sie zum Lehrbuchpräparat.

Daran erkennst du es

  • Gemischte Drüse: überwiegend seröse Azini, dazwischen helle muköse Tubuli
  • Seröse Halbmonde auf mukösen Endstücken
  • Zahlreiche eosinophile Streifenstücke mit rundem Lumen
  • Läppchengliederung durch Bindegewebssepten
  • Interlobuläre Ausführungsgänge in den Septen

Aufbau

Seröse Endstücke (Azini) sind rundlich mit sehr engem Lumen; ihre pyramidenförmigen Zellen haben einen runden, basal gelegenen Kern und ein basophiles, apikal granuliertes Zytoplasma. Muköse Endstücke sind tubulös mit weitem Lumen, ihre Zellen wirken hell und wabig, der Kern ist abgeflacht an die Basis gedrückt. Seröse Zellen, die einem mukösen Tubulus kappenartig aufsitzen, bilden den serösen Halbmond (Von-Ebner-Halbmond). Myoepithelzellen umgreifen die Endstücke. Das Gangsystem beginnt mit kurzen Schaltstücken (flaches bis kubisches Epithel), gefolgt von den langen Streifenstücken mit hochprismatischem, stark eosinophilem Epithel und basaler Streifung, und mündet in interlobuläre Ausführungsgänge in den Septen.

Funktion

Die Glandula submandibularis liefert in Ruhe den größten Teil des Speichels. Die serösen Zellen bilden ein dünnflüssiges, enzymreiches Sekret (u. a. α-Amylase, Lysozym), die mukösen Zellen zähen, muzinhaltigen Schleim. In den Endstücken entsteht ein plasmaisotoner Primärspeichel. Die Streifenstücke resorbieren Na⁺ und Cl⁻ und sezernieren K⁺ und HCO₃⁻; die basale Streifung entspricht Einfaltungen der Zellmembran mit vielen Mitochondrien, die diesen aktiven Transport ermöglichen. So wird der Speichel hypoton. Myoepithelzellen pressen das Sekret aus den Endstücken.

Mikroskopie-Tipps

In der Übersicht erkennst du Läppchen, getrennt durch helle Bindegewebssepten. Achte dann auf die Mischung: Dunkle, kleine seröse Azini überwiegen, dazwischen liegen helle muköse Tubuli. Die Streifenstücke fallen als rosa, ringförmige Querschnitte mit rundem Lumen innerhalb der Läppchen auf – in der Glandula submandibularis sind sie besonders zahlreich. Bei starker Vergrößerung suchst du an mukösen Tubuli die halbmondförmige Kappe dunkler seröser Zellen. Abgrenzung: Die Parotis ist rein serös, die Glandula sublingualis überwiegend mukös mit wenigen Streifenstücken; das Pankreas hat keine Streifenstücke, dafür Langerhans-Inseln.

Klinischer Bezug

Der lange, aufsteigende Ausführungsgang (Ductus submandibularis) und der zähere, kalkreichere Speichel erklären, warum Speichelsteine (Sialolithiasis) am häufigsten in der Glandula submandibularis entstehen. Typisch ist eine schmerzhafte Schwellung beim Essen. Beim Sjögren-Syndrom zerstört eine lymphozytäre Entzündung die Endstücke und führt zu Mundtrockenheit. Auch Speicheldrüsentumoren, etwa das pleomorphe Adenom, können hier auftreten. Bei chirurgischer Entfernung der Drüse ist der eng benachbarte Ramus marginalis mandibulae des N. facialis gefährdet.

Präparat-Bilder

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