Nr. 14 Drüsengewebe

Endokrine Drüse

Pankreas · HE

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Pankreas, HE, Übersicht: exokrine Azini, Bindegewebssepten und kleine Langerhans-Insel
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Übersicht Pankreas in der Übersicht: dicht gepackte exokrine Azini, gegliedert durch helle Bindegewebsspalten; rechts eine kleine, blasser gefärbte Langerhans-Insel. Aufnahme: © AnatomyProf

Beschriftete Strukturen

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Endokrine Drüsen geben ihr Sekret direkt in die Blutgefäße ab. So auch hier bei den Langerhans-Inseln: Die endokrinen Drüsen der Bauchspeicheldrüse schütten vornehmlich Insulin und Glucagon zur antagonistischen Regulierung des Blutzuckerspiegels aus.

Das Pankreas vereint zwei Drüsen in einem Organ: Der exokrine Anteil (rein seröse Azini) macht etwa 98 % aus, die rund eine Million Langerhans-Inseln nur 1–2 %. Die Inseln sind kugelige Zellhaufen ohne Lumen und ohne Ausführungsgang, die von einem dichten Netz fenestrierter Kapillaren durchzogen werden – das typische Bauprinzip einer endokrinen Drüse.

Daran erkennst du es

  • Helle, rundliche Zellinseln im dunkleren exokrinen Gewebe
  • Kein Lumen und kein Ausführungsgang
  • Zellstränge mit dichtem Kapillarnetz
  • Blasses, gleichmäßig gefärbtes Zytoplasma
  • Runde Kerne mit hellem Euchromatin

Aufbau

Eine Langerhans-Insel ist ein rundliches Nest aus Strängen epithelialer Zellen, umgeben von einer zarten Bindegewebshülle. Die Inselzellen sind kleiner als die Azinuszellen, ihr Zytoplasma ist blass-eosinophil und gleichmäßig gefärbt, die Kerne rund mit überwiegend hellem Euchromatin. Zwischen den Zellsträngen liegen zahlreiche Kapillaren. Immunhistochemisch unterscheidet man B-Zellen (ca. 70 %, Insulin, eher zentral), A-Zellen (ca. 20 %, Glucagon, eher peripher), D-Zellen (Somatostatin) und PP-Zellen (pankreatisches Polypeptid). In der HE-Färbung lassen sich diese Zelltypen nicht sicher unterscheiden.

Funktion

Insulin senkt den Blutzucker, indem es die Glukoseaufnahme in Muskel- und Fettzellen sowie die Glykogen- und Fettsynthese fördert. Glucagon wirkt als Gegenspieler und steigert über Glykogenolyse und Glukoneogenese in der Leber den Blutzucker. Somatostatin hemmt parakrin die Freisetzung beider Hormone. Die Hormone werden per Exozytose ins Interstitium abgegeben und gelangen über die fenestrierten Kapillaren direkt ins Blut, über die Pfortader zuerst in die Leber. Im Gegensatz dazu sezernieren die exokrinen Azini Verdauungsenzyme in ein Gangsystem zum Duodenum.

Mikroskopie-Tipps

Suche bei kleiner Vergrößerung im dunkel-violetten exokrinen Gewebe nach hellen, rundlichen Inseln unterschiedlicher Größe. Bei stärkerer Vergrößerung bestätigst du die Insel: kein Lumen, keine azinäre Anordnung, gleichmäßig blasses Zytoplasma, viele Kapillaren. Die Azinuszellen zeigen dagegen eine deutliche Polarität mit basophiler Basis und eosinophilen Zymogengranula an der Spitze. Weitere Erkennungshilfen für das Pankreas: zentroazinäre Zellen im Azinuslumen und das Fehlen von Streifenstücken (Abgrenzung zur Parotis).

Klinischer Bezug

Beim Diabetes mellitus Typ 1 zerstört eine Autoimmunreaktion die B-Zellen, sodass Insulin lebenslang ersetzt werden muss. Beim Typ-2-Diabetes steht eine Insulinresistenz im Vordergrund; später erschöpfen die B-Zellen, und in den Inseln lagert sich Amyloid ab. Seltene neuroendokrine Tumoren der Inseln, etwa das Insulinom, verursachen durch unkontrollierte Hormonausschüttung wiederholte Hypoglykämien. Bei einer Pankreatektomie fallen exokrine und endokrine Funktion gemeinsam aus, sodass Enzyme und Insulin ersetzt werden müssen.

Präparat-Bilder

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