Mehrschichtige alveoläre Drüse
Talgdrüse · HE

Beschriftete Strukturen
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Die mehrschichtige alveoläre Drüse findet man bei der holokrinen Sekretion des Talgs in der Dermis. Bei der holokrinen Sekretion gehen die Drüsenzellen mit dem Inhalt zugrunde. Dies erkennt man an den pyknotisch werdenden Zellkernen.
Talgdrüsen (Glandulae sebaceae) gehören fast immer zu einem Haarfollikel und bilden mit ihm die Haar-Talgdrüsen-Einheit. Ihre beerenförmigen Endstücke (Talgkolben) bestehen nicht aus einer einzigen Zelllage, sondern sind mit Zellen ausgefüllt, die von außen nach innen reifen, sich mit Lipiden füllen und schließlich als Ganzes zum Sekret werden.
Daran erkennst du es
- Große, helle, schaumige Zellen in traubenförmigen Kolben
- Dunkle Basalzellschicht am Rand des Kolbens
- Pyknotische, kleine dunkle Kerne im Zentrum
- Kein echtes Lumen im Endstück
- Lage in der Dermis neben einem Haarfollikel
Im Präparat aufsuchen
- Talgkolben (alveoläres Endstück)
- Talghaltige Drüsenepithelzellen (Sebozyten)
- Basale Zellschicht
- Basalmembran
- Pyknotische Zellkerne
- Sekret (Talg)
- Haarfollikel
Aufbau
Jeder Talgkolben ist von einer Basalmembran und zartem Bindegewebe umgeben. Außen liegt eine einzelne Reihe kleiner, dunkler, kubischer Basalzellen – die Stammzellschicht der Drüse. Nach innen werden die Zellen (Sebozyten) immer größer, ihr Zytoplasma füllt sich mit Lipidtröpfchen und erscheint nach der Paraffineinbettung hell und schaumig-wabig. Im Zentrum schrumpfen die Kerne, werden dunkel und klein (pyknotisch) und lösen sich auf. Der Talg gelangt über einen kurzen Ausführungsgang mit mehrschichtigem Plattenepithel in den Haartrichter. Mehrere Kolben können in einen Gang münden.
Funktion
Bei der holokrinen Sekretion wird die gesamte Zelle samt Inhalt zum Sekret. Der Talg (Sebum) besteht aus Triglyceriden, Wachsestern, Squalen und Zelltrümmern. Er fettet Haare und Hornschicht ein, macht die Haut geschmeidig und wasserabweisend und wirkt über freie Fettsäuren leicht antimikrobiell. Die verlorenen Zellen werden ständig aus der Basalzellschicht nachgebildet. Die Talgproduktion wird hormonell, vor allem durch Androgene, gesteuert – nicht durch Nerven.
Zum Vergleich: Apokrine Drüsen (z. B. Duftdrüsen, laktierende Milchdrüse) schnüren apikale Zytoplasmaanteile ab, ekkrine (merokrine) Schweißdrüsen geben ihr Sekret per Exozytose ab; beide besitzen ein einschichtiges Epithel um ein weites Lumen.
Mikroskopie-Tipps
Suche in der Dermis neben einem Haarfollikel (oft mit pigmentiertem Haarschaft) nach großen, hellen, traubenförmigen Zellhaufen. Typisch ist der Gradient von außen nach innen: dunkler Basalzellsaum, dann große helle Zellen mit zentralem Kern, im Zentrum kleine, dunkle pyknotische Kerne. Das Endstück hat kein echtes Lumen. Verwechslung mit Fettgewebe vermeiden: Adipozyten sind univakuolär mit randständigem, abgeplattetem Kern; Sebozyten sind multivakuolär-schaumig mit zentralem Kern. Schweißdrüsen sind dagegen kleine, gewundene Schläuche mit Lumen.
Klinischer Bezug
Bei der Akne vulgaris führen androgenabhängig gesteigerte Talgproduktion und Verhornungsstörung im Haartrichter zu Komedonen; Bakterien (Cutibacterium acnes) fördern die Entzündung. Isotretinoin wirkt, indem es die Talgdrüsen stark verkleinert. Freie Talgdrüsen ohne Haar kommen z. B. an Lippenrot, Augenlid (Meibom-Drüsen) und Areola vor; eine Verstopfung der Meibom-Drüsen verursacht ein Chalazion (Hagelkorn). Im Alter häufig ist die harmlose Talgdrüsenhyperplasie mit kleinen gelblichen Papeln im Gesicht.
Präparat-Bilder
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Häufige Fragen
Was bedeutet „pyknotisch“?
Pyknose ist die Verdichtung und Schrumpfung des Zellkerns beim Zelltod; der Kern wird klein, rund und tiefdunkel. In der Talgdrüse zeigt sie den Übergang der Zelle ins Sekret an.
Warum sind die Sebozyten im Präparat hell?
Die Lipidtröpfchen werden bei der Paraffineinbettung durch Alkohol und Xylol herausgelöst. Zurück bleibt ein feines, wabiges Zytoplasmagerüst.
Warum heißt die Talgdrüse „mehrschichtig“?
Weil das Endstück nicht von einer einzelnen Zelllage um ein Lumen gebildet wird, sondern vollständig mit mehreren Lagen reifender Zellen gefüllt ist.
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