Nr. 13 Drüsengewebe

Mehrschichtige alveoläre Drüse

Talgdrüse · HE

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Talgdrüse der Kopfhaut, HE: Talgkolben mit Basalzellen, Sebozyten und Haarfollikel
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Mittlere Vergrößerung Mehrere Talgkolben neben einem Haarfollikel: außen ein dunkler Saum aus Basalzellen, innen große helle Sebozyten; zum Zentrum hin werden die Kerne pyknotisch. Aufnahme: © AnatomyProf

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Die mehrschichtige alveoläre Drüse findet man bei der holokrinen Sekretion des Talgs in der Dermis. Bei der holokrinen Sekretion gehen die Drüsenzellen mit dem Inhalt zugrunde. Dies erkennt man an den pyknotisch werdenden Zellkernen.

Talgdrüsen (Glandulae sebaceae) gehören fast immer zu einem Haarfollikel und bilden mit ihm die Haar-Talgdrüsen-Einheit. Ihre beerenförmigen Endstücke (Talgkolben) bestehen nicht aus einer einzigen Zelllage, sondern sind mit Zellen ausgefüllt, die von außen nach innen reifen, sich mit Lipiden füllen und schließlich als Ganzes zum Sekret werden.

Daran erkennst du es

  • Große, helle, schaumige Zellen in traubenförmigen Kolben
  • Dunkle Basalzellschicht am Rand des Kolbens
  • Pyknotische, kleine dunkle Kerne im Zentrum
  • Kein echtes Lumen im Endstück
  • Lage in der Dermis neben einem Haarfollikel

Aufbau

Jeder Talgkolben ist von einer Basalmembran und zartem Bindegewebe umgeben. Außen liegt eine einzelne Reihe kleiner, dunkler, kubischer Basalzellen – die Stammzellschicht der Drüse. Nach innen werden die Zellen (Sebozyten) immer größer, ihr Zytoplasma füllt sich mit Lipidtröpfchen und erscheint nach der Paraffineinbettung hell und schaumig-wabig. Im Zentrum schrumpfen die Kerne, werden dunkel und klein (pyknotisch) und lösen sich auf. Der Talg gelangt über einen kurzen Ausführungsgang mit mehrschichtigem Plattenepithel in den Haartrichter. Mehrere Kolben können in einen Gang münden.

Funktion

Bei der holokrinen Sekretion wird die gesamte Zelle samt Inhalt zum Sekret. Der Talg (Sebum) besteht aus Triglyceriden, Wachsestern, Squalen und Zelltrümmern. Er fettet Haare und Hornschicht ein, macht die Haut geschmeidig und wasserabweisend und wirkt über freie Fettsäuren leicht antimikrobiell. Die verlorenen Zellen werden ständig aus der Basalzellschicht nachgebildet. Die Talgproduktion wird hormonell, vor allem durch Androgene, gesteuert – nicht durch Nerven.

Zum Vergleich: Apokrine Drüsen (z. B. Duftdrüsen, laktierende Milchdrüse) schnüren apikale Zytoplasmaanteile ab, ekkrine (merokrine) Schweißdrüsen geben ihr Sekret per Exozytose ab; beide besitzen ein einschichtiges Epithel um ein weites Lumen.

Mikroskopie-Tipps

Suche in der Dermis neben einem Haarfollikel (oft mit pigmentiertem Haarschaft) nach großen, hellen, traubenförmigen Zellhaufen. Typisch ist der Gradient von außen nach innen: dunkler Basalzellsaum, dann große helle Zellen mit zentralem Kern, im Zentrum kleine, dunkle pyknotische Kerne. Das Endstück hat kein echtes Lumen. Verwechslung mit Fettgewebe vermeiden: Adipozyten sind univakuolär mit randständigem, abgeplattetem Kern; Sebozyten sind multivakuolär-schaumig mit zentralem Kern. Schweißdrüsen sind dagegen kleine, gewundene Schläuche mit Lumen.

Klinischer Bezug

Bei der Akne vulgaris führen androgenabhängig gesteigerte Talgproduktion und Verhornungsstörung im Haartrichter zu Komedonen; Bakterien (Cutibacterium acnes) fördern die Entzündung. Isotretinoin wirkt, indem es die Talgdrüsen stark verkleinert. Freie Talgdrüsen ohne Haar kommen z. B. an Lippenrot, Augenlid (Meibom-Drüsen) und Areola vor; eine Verstopfung der Meibom-Drüsen verursacht ein Chalazion (Hagelkorn). Im Alter häufig ist die harmlose Talgdrüsenhyperplasie mit kleinen gelblichen Papeln im Gesicht.

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