Nr. 21 Bindegewebe

Lockeres und straffes geflechtartiges Bindegewebe

Haut · HE

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Haut im HE-Schnitt, Übersicht mit Epidermis, lockerem Stratum papillare und straffem Stratum reticulare
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Übersicht Übersicht der Haut: Unter der Epidermis liegt das helle, zellreiche Stratum papillare, darunter das kräftig rosa gefärbte, geflechtartige Stratum reticulare. Aufnahme: © AnatomyProf

Beschriftete Strukturen

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Die Dermis der Haut zeigt zwei Bindegewebstypen direkt übereinander: Unter der Epidermis liegt das zell- und gefäßreiche lockere Bindegewebe des Stratum papillare, darunter das faserreiche straffe geflechtartige Bindegewebe des Stratum reticulare. Damit eignet sich die Haut ideal, um beide Formen im selben Präparat zu vergleichen.

Daran erkennst du es

  • Zwei Schichten: helles, zellreiches Stratum papillare über kräftig rosafarbenem Stratum reticulare
  • Lockeres BG: feine, locker verteilte Fasern, viel Grundsubstanz, viele Kapillaren
  • Lockeres BG: zahlreiche freie Zellen mit runden Kernen
  • Straffes geflechtartiges BG: dicke Kollagenbündel in allen Richtungen, quer, schräg und längs angeschnitten
  • Wenige, schmale, dunkle Fibrozytenkerne zwischen den Bündeln

Aufbau

Bindegewebe besteht aus Zellen und Extrazellulärmatrix (Fasern und Grundsubstanz). Im lockeren Bindegewebe überwiegen Grundsubstanz und Zellen: ortsständige Fibroblasten bzw. Fibrozyten sowie zahlreiche freie Zellen wie Lymphozyten, Makrophagen, Mastzellen und Plasmazellen. Die Kollagenfasern (v. a. Typ I, daneben Typ III) sind dünn und locker verteilt, dazwischen liegen Kapillaren.

Im straffen geflechtartigen Bindegewebe dominieren dicke Kollagenfaserbündel, die sich in allen Raumrichtungen durchflechten. Zellen und Grundsubstanz treten zurück; die wenigen Fibrozytenkerne liegen schmal zwischen den Bündeln.

Funktion und Vorkommen

Lockeres Bindegewebe ist das „Verschiebe- und Abwehrgewebe“ des Körpers: Es füllt Räume, begleitet Gefäße und Nerven, speichert Wasser und ist Schauplatz von Immunreaktionen und Entzündungen. Typisch sind Stratum papillare der Haut, Lamina propria der Schleimhäute und das Interstitium von Organen.

Straffes geflechtartiges Bindegewebe hält Zugkräften aus wechselnden Richtungen stand. Es bildet das Stratum reticulare der Dermis, Organkapseln, Periost, Perichondrium, die Dura mater und die Sklera.

Mikroskopie-Tipps

Beginne in der Übersicht an der Epidermis und gehe nach unten: Direkt unter der Basalmembran und in den Dermispapillen wirkt das Gewebe heller, zellreich und feinfaserig – das ist das lockere Bindegewebe. Darunter wird die Dermis plötzlich kräftig rosa mit dicken, wellig verflochtenen Bündeln – das straffe geflechtartige Bindegewebe.

  • Fibrozytenkerne: schmal, dunkel, spindelförmig
  • Freie Zellen: runde Kerne, v. a. um Gefäße
  • Weiße Spalten zwischen den Bündeln sind meist Schrumpfungsartefakte

Abgrenzung: Sehne hat parallel ausgerichtete Bündel, glatte Muskulatur hat zigarrenförmige Kerne mitten in den Zellen.

Klinischer Bezug

Weil lockeres Bindegewebe viel Wasser binden kann, sammelt sich hier Flüssigkeit beim Ödem, und Entzündungen breiten sich darin rasch aus (z. B. Phlegmone). Bei Störungen der Kollagensynthese wie dem Ehlers-Danlos-Syndrom ist vor allem die Reißfestigkeit des straffen Bindegewebes vermindert: Die Haut ist überdehnbar und verletzlich, Wunden heilen mit breiten Narben. Narbengewebe selbst ist wiederum straffes, zunächst kollagen-III-reiches Bindegewebe, das später zu Kollagen I umgebaut wird.

Präparat-Bilder

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