Nr. 19 Bindegewebe

Gallertiges Bindegewebe

Nabelschnur · HE

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Nabelarterie quer mit dicker glatter Muskelwand und sternförmigem Lumen, Nabelschnur, HE
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Übersicht Nabelarterie im Querschnitt: dicke Wand aus glatter Muskulatur um ein kontrahiertes, sternförmiges Lumen; außen schließt die Wharton-Sulze an. Aufnahme: © AnatomyProf

Beschriftete Strukturen

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Gallertiges (mukoides) Bindegewebe ist ein embryonales Bindegewebe, das beim Erwachsenen praktisch nicht mehr vorkommt. Sein klassischer Fundort ist die Nabelschnur, wo es als Wharton-Sulze die drei Nabelgefäße einbettet und vor Abknicken und Kompression schützt.

Daran erkennst du es

  • Viel blasse, homogene Grundsubstanz, wenige feine Fasern
  • Sternförmig bzw. spindelig verzweigte Fibroblasten mit Kontakt über Fortsätze
  • Keine freien Zellen, kaum Kapillaren
  • In der Nabelschnur: zwei Arterien mit dicker Muskelwand, eine Vene
  • Außen einschichtiges Amnionepithel

Aufbau

Das Gewebe besteht überwiegend aus einer wasserreichen, gallertigen Grundsubstanz, die reich an Hyaluronsäure ist. Darin liegen locker verteilte, sternförmig oder spindelig verzweigte Fibroblasten (mesenchymähnliche Zellen), deren Fortsätze miteinander Kontakt aufnehmen. Kollagenfasern sind zunächst spärlich und fein, nehmen aber mit dem Alter der Schwangerschaft zu.

Die Nabelschnur enthält zwei Nabelarterien mit dicker, glatter Muskelwand und engem, oft sternförmigem Lumen sowie eine Nabelvene mit weiterem Lumen. Außen wird sie vom einschichtigen Amnionepithel überzogen. Vasa vasorum und Nerven fehlen.

Funktion

Die Hyaluronsäure bindet große Mengen Wasser und macht die Wharton-Sulze prall-elastisch. Sie wirkt wie ein Polster, das die Nabelgefäße vor Kompression, Torsion und Knotenbildung schützt und so den Blutfluss zwischen Plazenta und Fetus sichert. Die Zellen der Wharton-Sulze sind multipotente mesenchymale Stromazellen, die experimentell zu Knorpel-, Knochen- oder Fettzellen differenziert werden können und daher in der Stammzellforschung eine Rolle spielen.

Mikroskopie-Tipps

Orientiere dich in der Übersicht an den Gefäßen: Die Nabelarterie fällt durch ihre dicke, ringförmige Muskelwand und das kollabierte Lumen auf. Zwischen den Gefäßen liegt die blass gefärbte, homogene Gallerte. Bei starker Vergrößerung siehst du die verzweigten Fibroblasten, die wie ein lockeres Netz in der hellen Grundsubstanz verteilt sind; die Kerne sind länglich bis oval. Die hellen Lücken sind Grundsubstanz, die im Paraffinschnitt kaum anfärbt. Abgrenzung: Lockeres Bindegewebe enthält deutlich mehr Fasern, Gefäße und freie Zellen; Mesenchym ist noch zellreicher und faserfrei.

Klinischer Bezug

Eine singuläre Nabelarterie (nur eine statt zwei Arterien) kommt bei etwa 1 % der Schwangerschaften vor und ist mit Fehlbildungen, z. B. der Nieren oder des Herzens, assoziiert; daher wird die Gefäßzahl nach der Geburt und im Ultraschall geprüft. Eine dünne, gallertarme Nabelschnur ist anfälliger für Kompression. Das Nabelschnurblut wird zur Bestimmung von pH-Wert und Blutgasen genutzt und kann als Stammzellquelle eingelagert werden.

Präparat-Bilder

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