Nr. 24 Bindegewebe

Fettgewebe

Gefäß-Nerven-Strang · Trichrom

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Fettgewebe und lockeres Bindegewebe im Gefäß-Nerven-Strang, Trichrom-Färbung, mittlere Vergrößerung
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Mittlere Vergrößerung Bindegewebe eines Gefäß-Nerven-Strangs: links ein Läppchen aus univakuolären Fettzellen, daneben lockeres Bindegewebe mit Septen und einem kleinen Gefäß. Aufnahme: © AnatomyProf

Beschriftete Strukturen

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Fettgewebe ist ein spezialisiertes Bindegewebe aus dicht gepackten Adipozyten, die von feinen Bindegewebssepten und einem dichten Kapillarnetz umgeben sind. Im Routineschnitt wird das Fett durch Alkohol und Xylol herausgelöst – die Zellen erscheinen daher als leere, wabenartige Räume. Das hier gezeigte Präparat stammt aus dem Bindegewebe eines Gefäß-Nerven-Strangs.

Daran erkennst du es

  • Große, leere, polygonale Zellräume (Fett herausgelöst)
  • Wabenartiges Muster mit dünnen Zellmembransäumen
  • Abgeplatteter, randständiger Kern: Siegelringzelle
  • Feine Bindegewebssepten mit Kapillaren
  • Plurivakuoläre Zellen (braunes Fett): viele kleine Vakuolen, zentraler Kern

Aufbau

Weißes (univakuoläres) Fettgewebe: Jede Zelle enthält einen einzigen großen Lipidtropfen, der Zellkern und Zytoplasma als schmalen Saum an den Rand drängt – im Schnitt entsteht das Bild der Siegelringzelle. Jeder Adipozyt ist von einer Basallamina und Retikulinfasern umgeben; mehrere Zellen bilden durch Septen getrennte Läppchen.

Braunes (plurivakuoläres) Fettgewebe: Kleinere Zellen mit vielen kleinen Fetttröpfchen, zentralem rundem Kern und reichlich Mitochondrien; das Gewebe ist sehr kapillar- und nervenreich.

Funktion und Vorkommen

Weißes Fettgewebe dient als Speicherfett (Energiereserve, v. a. Subcutis, Omentum, Mesenterium), als Baufett (mechanisches Polster, z. B. Fußsohle, Wangenfettpfropf, Nierenlager) und als Wärmeisolation. Außerdem ist es ein endokrines Organ: Adipozyten bilden Leptin und Adiponektin.

Braunes Fettgewebe erzeugt über das Entkopplerprotein UCP-1 (Thermogenin) Wärme (zitterfreie Thermogenese). Es ist beim Neugeborenen reichlich vorhanden (zwischen den Schulterblättern, am Hals, um die Nieren), beim Erwachsenen nur noch in Resten.

Mikroskopie-Tipps

In der Übersicht erkennst du Fettgewebe an einem feinen, hellen Wabenmuster aus großen, leeren, polygonalen Räumen. Bei starker Vergrößerung suchst du einen Zellkern, der flach an den Rand der Vakuole gedrückt ist – die Siegelringform. Viele Kerne zwischen den Zellen gehören allerdings zu Kapillarendothelzellen oder Fibrozyten der Septen.

Verwechslungsgefahr: Schleimbildende Zellen oder Knorpel mit Schrumpfungsartefakten können ähnlich leer aussehen. Für den Fettnachweis braucht man Gefrierschnitte mit Sudan- oder Oil-Red-Färbung.

Klinischer Bezug

Bei Adipositas nehmen Adipozyten vor allem an Größe zu (Hypertrophie); vergrößerte Zellen setzen vermehrt Entzündungsmediatoren frei, was mit Insulinresistenz zusammenhängt. Das Lipom ist der häufigste gutartige Weichteiltumor und besteht aus reifem weißem Fettgewebe, oft mit dünner Kapsel. Das seltene Hibernom ist ein gutartiger Tumor aus braunem Fettgewebe. Bei maligner Entartung spricht man vom Liposarkom; diagnostisch wichtig sind hier atypische Lipoblasten mit eingedellten Kernen. Bei starkem Gewichtsverlust schrumpfen die Adipozyten, ihre Zahl bleibt jedoch weitgehend erhalten.

Präparat-Bilder

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