Nr. 20 Bindegewebe

Fibroblasten und Fibrozyten

Zellkultur · Giemsa

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Fibroblasten in Zellkultur, Giemsa, Übersicht mit dichtem Netz spindelförmiger Zellen
Übersicht Fibroblastenkultur in der Übersicht: dichtes Netz spindelförmiger Zellen, die sich stellenweise parallel und in Wirbeln ausrichten. Aufnahme: © AnatomyProf

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Fibroblasten sind die ortsständigen Hauptzellen des Bindegewebes. Im Gewebeschnitt sieht man meist nur ihre schmalen Kerne zwischen den Fasern. In der Zellkultur dagegen wachsen sie flach ausgebreitet auf dem Objektträger, sodass mit der Giemsa-Färbung die ganze Zellgestalt mit Kern, Zytoplasma und Fortsätzen sichtbar wird.

Daran erkennst du es

  • Spindel- bis sternförmige, flach ausgebreitete Zellen mit langen Fortsätzen
  • Großer, ovaler, heller Kern mit gut sichtbaren Nukleoli (aktiver Fibroblast)
  • Blassviolettes, leicht basophiles Zytoplasma
  • Fibrozyt: kleiner, schmaler, dunklerer Kern, wenig Zytoplasma
  • Bei hoher Zelldichte parallele oder wirbelartige Anordnung

Aufbau

Der aktive Fibroblast ist eine große, spindelförmige bis sternförmige Zelle mit mehreren Fortsätzen. Sein Kern ist groß, oval und chromatinarm (euchromatisch) mit gut sichtbaren Nukleoli; das Zytoplasma ist durch reichlich raues ER basophil. Diese Merkmale zeigen eine hohe Proteinsyntheseleistung an.

Der Fibrozyt ist die ruhende Form: kleiner, schmal, mit dunklem, abgeflachtem, heterochromatinreichem Kern und wenig Zytoplasma. Beide Formen sind Funktionszustände derselben Zelllinie und können ineinander übergehen, z. B. bei der Wundheilung.

Funktion

Fibroblasten bilden die gesamte Extrazellulärmatrix des Bindegewebes: Prokollagen (das außerhalb der Zelle zu Kollagenfibrillen polymerisiert), Elastin, Fibrillin, Proteoglykane und Glykoproteine wie Fibronektin. Sie bauen Matrix über Metalloproteinasen auch wieder ab und halten so das Gewebe im Gleichgewicht. Bei der Wundheilung wandern sie ein, vermehren sich und werden teils zu Myofibroblasten, die mit Aktinfilamenten die Wundränder zusammenziehen. Außerdem setzen Fibroblasten Wachstumsfaktoren und Zytokine frei und beeinflussen so Entzündung und Gefäßneubildung.

Mikroskopie-Tipps

In der Giemsa-gefärbten Kultur erscheinen Kerne dunkelviolett, das Zytoplasma blassviolett. Bei schwacher Vergrößerung erkennst du ein dichtes Netz spindeliger Zellen, die sich bei hoher Dichte parallel oder in Wirbeln ausrichten. Bei starker Vergrößerung suche nach ovalen, hellen Kernen mit 1–3 Nukleoli und langen, dünn auslaufenden Fortsätzen. Merke den Unterschied zum Schnittpräparat: Dort sind Fibrozyten nur als schmale, dunkle Kerne zwischen Kollagenfasern erkennbar, die Zellgrenzen nicht.

Klinischer Bezug

Überschießende Fibroblastenaktivität führt zur Fibrose, etwa in Lunge, Leber (Zirrhose) oder Haut (Sklerodermie), und zu hypertrophen Narben und Keloiden. Bei Vitamin-C-Mangel (Skorbut) können Fibroblasten Prolin und Lysin im Kollagen nicht hydroxylieren; instabiles Kollagen verursacht Zahnfleischbluten und schlechte Wundheilung. Fibroblastenkulturen aus Hautbiopsien werden zur Diagnostik genetischer Stoffwechsel- und Kollagenerkrankungen eingesetzt, etwa bei Verdacht auf Osteogenesis imperfecta oder lysosomale Speicherkrankheiten.

Präparat-Bilder

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