Nr. 29 Muskelgewebe

Glatte Muskulatur

Ileum · HE

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Ileumwand, HE, Übersicht: Tunica muscularis mit zwei Schichten und lymphatisches Gewebe
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Übersicht Übersicht über die Darmwand: außen die Tunica muscularis mit quer getroffenem Stratum longitudinale und längs getroffenem Stratum circulare, darunter zellreiches lymphatisches Gewebe der Schleimhaut. Aufnahme: © AnatomyProf

Beschriftete Strukturen

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Die Tunica muscularis des Ileums ist das klassische Präparat für glatte Muskulatur: zwei Schichten spindelförmiger Muskelzellen, die innen zirkulär und außen längs verlaufen. Im Querschnitt durch den Darm wird deshalb die eine Schicht längs, die andere quer getroffen – ideal, um beide Schnittbilder direkt nebeneinander zu vergleichen.

Daran erkennst du es

  • Spindelförmige, einkernige Zellen
  • Zentral gelegener, länglich-ovaler Kern
  • Homogenes, eosinophiles Zytoplasma ohne Querstreifung
  • Im Querschnitt runde Profile, viele ohne Kern
  • Im Darm zwei Schichten: innen zirkulär, außen längs

Aufbau

Glatte Muskelzellen sind einkernige, spindelförmige Zellen von etwa 5–10 µm Dicke und bis zu mehreren hundert µm Länge. Der Zellkern liegt zentral an der dicksten Stelle der Zelle und ist länglich-oval bis zigarrenförmig; bei Kontraktion kann er korkenzieherartig gewunden erscheinen. Das Zytoplasma ist homogen eosinophil, da Aktin- und Myosinfilamente nicht in Sarkomeren geordnet sind – es gibt keine Querstreifung. Jede Zelle ist von einer Basallamina und feinen retikulären Fasern umgeben; die Zellen sind über Gap Junctions elektrisch gekoppelt und bilden Bündel, die durch lockeres Bindegewebe getrennt werden.

Funktion und Vorkommen

Glatte Muskulatur kontrahiert langsam, ausdauernd und energiesparend und wird unwillkürlich über das vegetative Nervensystem, Hormone und lokale Reize gesteuert. Im Darm erzeugt das Zusammenspiel von Stratum circulare (Einschnürung) und Stratum longitudinale (Verkürzung) die Peristaltik; zwischen beiden Schichten liegt der Plexus myentericus (Auerbach), der sie koordiniert. Weitere Vorkommen: Wand von Blutgefäßen, Bronchien, Harnleiter, Harnblase, Uterus, Samenleiter, M. arrector pili und innere Augenmuskeln.

Mikroskopie-Tipps

Suche dir in der Übersicht die Grenze zwischen den beiden Muskelschichten. Längs getroffen siehst du parallele, rosafarbene Zellen mit länglichen, zentral gelegenen Kernen, die versetzt zueinander liegen. Quer getroffen erscheinen unterschiedlich große, rundliche Zellprofile; nur die Anschnitte durch die Zellmitte enthalten einen runden Kern, viele Profile sind kernlos. Abgrenzung: Straffes Bindegewebe (Sehne) hat schmale, platte Fibrozytenkerne zwischen dicken Kollagenfasern und deutlich weniger Kerne; Skelett- und Herzmuskulatur zeigen Querstreifung.

Klinischer Bezug

Störungen der Darmmotilität betreffen meist die Innervation, z. B. beim Morbus Hirschsprung, bei dem Ganglienzellen des Plexus myentericus im Enddarm fehlen. Gutartige Tumoren glatter Muskulatur heißen Leiomyome – im Uterus (Myome) sind sie sehr häufig; maligne Varianten sind Leiomyosarkome. Bei chronischer Belastung, etwa einer Abflussbehinderung, reagiert glatte Muskulatur mit Hypertrophie und Hyperplasie – typisch ist die verdickte Muskelwand der Harnblase bei Prostatavergrößerung. Im Darm verdickt sich die Muskelschicht oberhalb einer Stenose.

Präparat-Bilder

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Multiple-Choice-Fragen zu Aufbau und Funktion.

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