Glatte Muskulatur
Ileum · HE

Beschriftete Strukturen
Für dieses Bild gibt es keine Beschriftung – nutze die Bildbeschreibung.
Die Tunica muscularis des Ileums ist das klassische Präparat für glatte Muskulatur: zwei Schichten spindelförmiger Muskelzellen, die innen zirkulär und außen längs verlaufen. Im Querschnitt durch den Darm wird deshalb die eine Schicht längs, die andere quer getroffen – ideal, um beide Schnittbilder direkt nebeneinander zu vergleichen.
Daran erkennst du es
- Spindelförmige, einkernige Zellen
- Zentral gelegener, länglich-ovaler Kern
- Homogenes, eosinophiles Zytoplasma ohne Querstreifung
- Im Querschnitt runde Profile, viele ohne Kern
- Im Darm zwei Schichten: innen zirkulär, außen längs
Im Präparat aufsuchen
- Stratum circulare der Tunica muscularis
- Stratum longitudinale der Tunica muscularis
- Längs geschnittene glatte Muskelzellen mit länglichem Kern
- Quer geschnittene glatte Muskelzellen
- Tunica serosa
- Schleimhaut mit Zotten und Krypten (zur Orientierung)
Aufbau
Glatte Muskelzellen sind einkernige, spindelförmige Zellen von etwa 5–10 µm Dicke und bis zu mehreren hundert µm Länge. Der Zellkern liegt zentral an der dicksten Stelle der Zelle und ist länglich-oval bis zigarrenförmig; bei Kontraktion kann er korkenzieherartig gewunden erscheinen. Das Zytoplasma ist homogen eosinophil, da Aktin- und Myosinfilamente nicht in Sarkomeren geordnet sind – es gibt keine Querstreifung. Jede Zelle ist von einer Basallamina und feinen retikulären Fasern umgeben; die Zellen sind über Gap Junctions elektrisch gekoppelt und bilden Bündel, die durch lockeres Bindegewebe getrennt werden.
Funktion und Vorkommen
Glatte Muskulatur kontrahiert langsam, ausdauernd und energiesparend und wird unwillkürlich über das vegetative Nervensystem, Hormone und lokale Reize gesteuert. Im Darm erzeugt das Zusammenspiel von Stratum circulare (Einschnürung) und Stratum longitudinale (Verkürzung) die Peristaltik; zwischen beiden Schichten liegt der Plexus myentericus (Auerbach), der sie koordiniert. Weitere Vorkommen: Wand von Blutgefäßen, Bronchien, Harnleiter, Harnblase, Uterus, Samenleiter, M. arrector pili und innere Augenmuskeln.
Mikroskopie-Tipps
Suche dir in der Übersicht die Grenze zwischen den beiden Muskelschichten. Längs getroffen siehst du parallele, rosafarbene Zellen mit länglichen, zentral gelegenen Kernen, die versetzt zueinander liegen. Quer getroffen erscheinen unterschiedlich große, rundliche Zellprofile; nur die Anschnitte durch die Zellmitte enthalten einen runden Kern, viele Profile sind kernlos. Abgrenzung: Straffes Bindegewebe (Sehne) hat schmale, platte Fibrozytenkerne zwischen dicken Kollagenfasern und deutlich weniger Kerne; Skelett- und Herzmuskulatur zeigen Querstreifung.
Klinischer Bezug
Störungen der Darmmotilität betreffen meist die Innervation, z. B. beim Morbus Hirschsprung, bei dem Ganglienzellen des Plexus myentericus im Enddarm fehlen. Gutartige Tumoren glatter Muskulatur heißen Leiomyome – im Uterus (Myome) sind sie sehr häufig; maligne Varianten sind Leiomyosarkome. Bei chronischer Belastung, etwa einer Abflussbehinderung, reagiert glatte Muskulatur mit Hypertrophie und Hyperplasie – typisch ist die verdickte Muskelwand der Harnblase bei Prostatavergrößerung. Im Darm verdickt sich die Muskelschicht oberhalb einer Stenose.
Präparat-Bilder
Teste dein Wissen
Ordne jedem Begriff die richtige Nummer im Bild zu.
Tippe im Bild auf die gesuchte Struktur.
Multiple-Choice-Fragen zu Aufbau und Funktion.
Häufige Fragen
Wo liegt der Kern einer glatten Muskelzelle?
Zentral in der Zelle, an ihrer dicksten Stelle. Er ist länglich-oval und kann bei Kontraktion gewellt erscheinen.
Warum haben im Querschnitt viele Zellprofile keinen Kern?
Die Zellen sind spindelförmig und liegen versetzt. Ein Querschnitt trifft viele Zellen in ihren schmalen Enden, wo kein Kern liegt; nur die dicken Mittelanschnitte zeigen einen runden Kern.
Wie unterscheide ich glatte Muskulatur von straffem Bindegewebe?
Glatte Muskulatur ist zellreicher, ihre Kerne sind plumper, oval und liegen im Zytoplasma der Zelle. Im straffen Bindegewebe liegen wenige, schmale, platte Fibrozytenkerne zwischen kräftigen, oft gewellten Kollagenfasern.
Verwandte Themen
Aktualisiert:


