Mehrreihiges hochprismatisches Epithel mit Kinozilien
Trachea · HE

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Mehrreihiges hochprismatisches Flimmerepithel mit Kinozilien. Man erkennt Basalzellen und etwas höher gelegene Zellen am Zellkern. Das Flimmerepithel besitzt Kinozilien. Das Epithel kann sich bei Rauchern in ein Plattenepithel umwandeln (Metaplasie).
Das respiratorische Epithel ist mehrreihig: Alle Zellen berühren die Basalmembran, aber nicht alle erreichen das Lumen. Deshalb liegen die Kerne in mehreren Höhen und täuschen eine Mehrschichtigkeit vor. Typisch sind der dichte Besatz mit Kinozilien, die dunkle Linie der Basalkörperchen darunter und eine auffallend dicke Basalmembran.
Daran erkennst du es
- Kerne in mehreren Höhen, aber alle Zellen auf der Basalmembran
- Dichter Besatz mit Kinozilien
- Dunkle Linie der Basalkörperchen unter der Oberfläche
- Kräftige, eosinophile Basalmembran
- Becherzellen zwischen den Flimmerzellen
Im Präparat aufsuchen
- Kinozilien
- Basalkörperchen
- Zellkerne (unterschiedliche Formen und Höhen)
- Basalzellen
- Becherzellen
- Basalmembran
- Lumen
Aufbau
Das Epithel enthält mehrere Zelltypen: hochprismatische Flimmerzellen mit Kinozilien (etwa 5–7 µm lang, Mikrotubuli in 9×2+2-Anordnung), schleimbildende Becherzellen, kleine Basalzellen als Stammzellen nahe der Basalmembran sowie vereinzelt Bürsten- und neuroendokrine Zellen. Die Kinozilien wurzeln in Basalkörperchen (Kinetosomen), die im HE-Schnitt als dunkle Linie unter der Zelloberfläche erscheinen. Unter dem Epithel liegt eine kräftige, eosinophile Basalmembran, gefolgt von der Lamina propria mit Kapillaren, elastischen Fasern und seromukösen Drüsen.
Funktion
Becherzellen und Drüsen bilden einen Schleimfilm, in dem eingeatmete Partikel und Keime hängen bleiben. Die Kinozilien schlagen koordiniert in Richtung Rachen und befördern den Schleim mit etwa 1 cm pro Minute nach oben – die mukoziliäre Clearance. Basalzellen ersetzen verbrauchte Flimmer- und Becherzellen. Mehrreihiges Flimmerepithel kleidet die Nasenhöhle, die Nasennebenhöhlen, Kehlkopf (außer Stimmlippen), Trachea und Bronchien aus. In den kleineren Bronchiolen wird es niedriger und einschichtig, Becherzellen werden dort durch Club-Zellen ersetzt.
Mikroskopie-Tipps
Suche bei mittlerer Vergrößerung die Schleimhautoberfläche und wechsle dann auf starke Vergrößerung. Achte auf drei Dinge: den feinen „Rasen“ der Kinozilien, die dunkle Linie der Basalkörperchen und Kerne in verschiedenen Höhen – die runden Kerne der Basalzellen liegen direkt über der Basalmembran, die ovalen Kerne der Flimmerzellen weiter apikal. Becherzellen erscheinen in HE als helle, kelchförmige Zellen ohne Zilien. Abgrenzung: Der Nebenhoden trägt unbewegliche, längere Stereozilien ohne Basalkörperlinie; das Eileiterepithel ist einschichtig.
Klinischer Bezug
Zigarettenrauch lähmt die Zilien und schädigt das Epithel. Als Anpassung kann sich das Flimmerepithel in ein mehrschichtiges Plattenepithel umwandeln (Plattenepithelmetaplasie) – widerstandsfähiger, aber ohne Reinigungsfunktion. Daraus kann sich ein Bronchialkarzinom entwickeln. Bei der primären ziliären Dyskinesie (z. B. Kartagener-Syndrom) fehlen Dyneinarme; die Folge sind chronische Infekte der Atemwege. Weil auch Spermienflagellen betroffen sind, sind betroffene Männer oft unfruchtbar.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen mehrreihig und mehrschichtig?
Im mehrreihigen Epithel erreichen alle Zellen die Basalmembran, nur die Kerne liegen in verschiedenen Höhen. Im mehrschichtigen Epithel berührt nur die unterste Zelllage die Basalmembran.
Wie unterscheide ich Kinozilien von Mikrovilli?
Kinozilien sind deutlich länger, einzeln erkennbar und sitzen auf einer dunklen Linie aus Basalkörperchen. Mikrovilli bilden nur einen kurzen, homogenen Saum ohne Basalkörper.
Warum ist die Basalmembran der Trachea so dick?
Unter der eigentlichen Basallamina liegt eine dichte Schicht retikulärer und kollagener Fasern (Lamina fibroreticularis). Zusammen sind sie lichtmikroskopisch als breites, rosa Band sichtbar.
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