Mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel

Oesophagus · HE

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Oesophagus, HE, Übersicht: Lumen, mehrschichtiges Plattenepithel und Lamina propria
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Übersicht Übersicht: Lumen, dickes Plattenepithel mit dunkler, welliger Basis und darunter die faserreiche Lamina propria. Aufnahme: © AnatomyProf

Beschriftete Strukturen

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Das mehrschichtig unverhornte Plattenepithel ist typisch für mechanisch beanspruchte Zonen. Es kommt sowohl in der Speiseröhre und in der Mundhöhle als auch im Analkanal und der Vagina vor. Außerdem in der Horn- und Bindehaut des Auges. Und im letzten Teilabschnitt der männlichen Harnröhre. Man erkennt diese drei Schichten: Stratum basale, Stratum intermedium und Stratum superficiale (mit buckeligen Zellen).

Im mehrschichtigen Epithel sitzt nur die unterste Zelllage der Basalmembran auf. Von basal nach apikal werden die Zellen zunehmend flacher – die Form der obersten Zellen gibt dem Epithel seinen Namen. „Unverhornt“ bedeutet: Auch die oberflächlichen Zellen besitzen noch einen Zellkern und bilden keine kernlose Hornschicht. Bindegewebspapillen greifen tief in das Epithel und verzahnen es mit der Lamina propria.

Daran erkennst du es

  • Viele Zelllagen, nur die unterste auf der Basalmembran
  • Zellen werden nach apikal zunehmend flacher
  • Zellkerne bis in die oberste Lage
  • Keine kernlose Hornschicht
  • Gewellte Basis durch Bindegewebspapillen

Aufbau

Das Stratum basale besteht aus kleinen, dicht liegenden, iso- bis hochprismatischen Zellen mit dunklen Kernen; hier teilen sich die Stammzellen. Darüber folgen im Stratum intermedium (spinosum) große polygonale Zellen mit runden, hellen Kernen, die über zahlreiche Desmosomen verbunden sind. Im Stratum superficiale werden die Zellen flach, ihre Kerne abgeplattet und pyknotisch, aber noch vorhanden. Die Zellen enthalten reichlich Glykogen und wirken daher im HE-Schnitt hell. Hoch aufsteigende Bindegewebspapillen mit Kapillaren versorgen das gefäßfreie Epithel.

Funktion

Viele Zelllagen schützen vor mechanischer Belastung, etwa durch einen Speisebolus: Oberflächliche Zellen werden ständig abgeschilfert und von basal nachgebildet. Da keine Hornschicht vorhanden ist, bleibt die Oberfläche feucht und geschmeidig; sie wird durch Speichel bzw. Drüsensekret befeuchtet. Die Desmosomen verankern die Zellen fest miteinander und verteilen Zugkräfte. Im Unterschied zur Epidermis bleibt die Barriere gegen Wasserverlust gering – das ist an feuchten Oberflächen auch nicht nötig. Das Epithel erneuert sich rasch, kleine Verletzungen der Schleimhaut heilen daher meist schnell und ohne Narbe ab.

Mikroskopie-Tipps

Bei schwacher Vergrößerung siehst du ein dickes Epithelband mit dunkler, gewellter Basis – die Wellen entstehen durch die Bindegewebspapillen. Bei starker Vergrößerung verfolgst du eine Zellreihe von basal nach apikal und beobachtest, wie die Zellen flacher werden. Entscheidend für „unverhornt“: Kerne bis an die Oberfläche, keine kernlose rosa Hornschicht und kein Stratum granulosum. Abgrenzung zum Urothel: Dort sind die Deckzellen groß, kuppelförmig und oft zweikernig statt flach. Weiter außen in der Oesophaguswand folgen Submukosa mit Drüsen und die Tunica muscularis.

Klinischer Bezug

Bei chronischem Reflux von Magensäure kann sich das Plattenepithel des unteren Oesophagus in ein Zylinderepithel mit Becherzellen umwandeln (Barrett-Oesophagus). Diese Metaplasie ist eine Präkanzerose für das Adenokarzinom. Rauchen und Alkohol begünstigen dagegen das Plattenepithelkarzinom. Bei der Refluxösophagitis verbreitert sich das Stratum basale, und die Papillen reichen ungewöhnlich weit an die Oberfläche – Zeichen gesteigerter Regeneration. Häufig wandern dann auch Entzündungszellen in das Epithel ein.

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