Kinozilientragendes Epithel der Tuba uterina

Eileiter · Semidünnschnitt, Toluidinblau

Quiz starten
Tuba uterina, Semidünnschnitt, Toluidinblau, Übersicht: verzweigte Schleimhautfalten
1 2 3
Übersicht Übersicht: verzweigte Schleimhautfalten mit Bindegewebskern füllen das Lumen fast vollständig aus; rechts außen die Muskelwand. Aufnahme: © AnatomyProf

Beschriftete Strukturen

Für dieses Bild gibt es keine Beschriftung – nutze die Bildbeschreibung.

Die Schleimhaut des Eileiters ist von einem einschichtigen hochprismatischen Epithel bedeckt, das aus zwei Zelltypen besteht: Flimmerzellen mit Kinozilien und sekretorischen Zellen (Stiftchenzellen) ohne Zilien. Die Schleimhaut bildet besonders in der Ampulle ein Labyrinth aus hohen, verzweigten Falten.

Im Semidünnschnitt (ca. 0,5–1 µm, Kunstharz, Toluidinblau) sind Zellgrenzen, Kinozilien und Sekretgranula viel schärfer zu sehen als im Paraffinschnitt. Das Präparat eignet sich deshalb hervorragend, um Kinozilien direkt zu betrachten.

Daran erkennst du es

  • Einschichtiges hochprismatisches Epithel
  • Flimmerzellen mit dichtem Kinozilienbesatz
  • Dunkle sekretorische Zellen mit vorgewölbtem Apex
  • Keine Becherzellen
  • Stark verzweigte Schleimhautfalten

Aufbau

Die Wand der Tuba uterina besteht aus Tunica mucosa, Tunica muscularis (innere Ring-, äußere Längsschicht glatter Muskulatur) und Tunica serosa. Die Mukosa bildet längs verlaufende, verzweigte Plicae tubariae mit einem zarten Kern aus zellreicher Lamina propria. Das Epithel ist einschichtig: Flimmerzellen mit hellem Zytoplasma, rundlich-ovalem Kern und dichtem Kinozilienbesatz wechseln sich mit schmaleren, dunkleren sekretorischen Zellen ab, deren Apex sich kuppelförmig ins Lumen vorwölbt und Sekretgranula enthält.

Funktion

Die Kinozilien schlagen in Richtung Uterus und unterstützen zusammen mit der Peristaltik der Muskulatur den Transport der Eizelle bzw. des frühen Embryos. Die sekretorischen Zellen bilden eine Tubenflüssigkeit, die Nährstoffe liefert und an der Kapazitation der Spermien beteiligt ist. Das Epithel verändert sich im Zyklus: Unter Östrogen nehmen Höhe und Zilienzahl zu, in der Lutealphase dominieren sekretorische Zellen. Nach der Menopause wird das Epithel niedriger und verliert einen Teil seiner Zilien.

Mikroskopie-Tipps

Bei schwacher Vergrößerung erkennst du die Tube an den stark verzweigten Schleimhautfalten, die das Lumen fast ausfüllen. Bei starker Vergrößerung suchst du eine senkrecht getroffene Epithelstrecke: Kinozilien erscheinen als feiner, blassblauer Saum, sekretorische Zellen als dunkle, apikal vorgewölbte Zellen ohne Zilien. Wichtig für die Abgrenzung: Das Tubenepithel ist einschichtig und hat keine Becherzellen – anders als das mehrreihige Flimmerepithel der Trachea. Im Semidünnschnitt fehlen die rosa Farbtöne der HE-Färbung, alle Strukturen sind blau abgestuft.

Klinischer Bezug

Entzündungen der Tube (Salpingitis, häufig durch Chlamydien) können Zilien zerstören und die Falten verkleben. Die Folge ist eine gestörte Eizellwanderung: Das Risiko für Eileiterschwangerschaften (Tubargravidität) und Unfruchtbarkeit steigt deutlich. Viele hochgradige seröse Karzinome des „Ovars“ gehen nach heutigem Wissen vom Epithel der Fimbrien aus. Deshalb werden bei Operationen im kleinen Becken heute oft beide Tuben vorsorglich entfernt, wenn ohnehin operiert wird.

Präparat-Bilder

Teste dein Wissen

Ordne jedem Begriff die richtige Nummer im Bild zu.

Tippe im Bild auf die gesuchte Struktur.

Multiple-Choice-Fragen zu Aufbau und Funktion.

Aktualisiert: