Zweireihiges hochprismatisches Epithel mit Stereozilien

Nebenhoden · HE

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Nebenhoden, HE, Übersicht: viele Gangquerschnitte mit Spermien im Lumen
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Übersicht Übersicht: zahlreiche Anschnitte des gewundenen Ductus epididymidis mit glatter Lumenkontur und Spermien, dazwischen lockeres Bindegewebe. Aufnahme: © AnatomyProf

Beschriftete Strukturen

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Das zweireihige hochprismatische Epithel besitzt eine apikale Oberflächendifferenzierung: Die Stereozilien ("lange Mikrovilli") sorgen für eine bessere Resorption aufgrund der größeren Fläche.

Der Ductus epididymidis ist ein mehrere Meter langer, stark gewundener Gang, daher sieht man im Schnitt viele gleichartige Anschnitte nebeneinander. Sein Epithel ist zweireihig: hohe Hauptzellen mit länglichen Kernen und langen Stereozilien sowie kleine, runde Basalzellen an der Basalmembran. Das glatte, gleichmäßig hohe Lumenrelief und die Spermien im Lumen machen das Präparat leicht erkennbar.

Daran erkennst du es

  • Zwei Kernreihen: längliche Hauptzellkerne, runde Basalzellkerne
  • Lange, büschelförmige Stereozilien ohne Basalkörperlinie
  • Glatte, gleichmäßig hohe Lumenkontur
  • Spermien im Lumen
  • Dünne Schicht glatter Muskelzellen um den Gang

Aufbau

Die Hauptzellen reichen von der Basalmembran bis zum Lumen; ihr länglicher Kern liegt in der unteren Zellhälfte und bildet die obere Kernreihe. Die Basalzellen sind klein, rund bis dreieckig und liegen der Basalmembran direkt auf – sie bilden die untere Kernreihe. Apikal tragen die Hauptzellen büschelförmige Stereozilien: sehr lange, teils verzweigte Mikrovilli (etwa 10 µm) mit einem Aktinfilament-Kern, ohne Basalkörperchen und unbeweglich. Um den Gang liegt eine dünne Schicht glatter Muskelzellen, eingebettet in lockeres Bindegewebe.

Funktion

Im Nebenhoden reifen die Spermien und werden gespeichert. Die Hauptzellen resorbieren den größten Teil der Flüssigkeit aus dem Hoden – die Stereozilien vergrößern dafür die Oberfläche – und nehmen Restkörper sowie Zelltrümmer auf. Zugleich sezernieren sie Glykoproteine, Glycerophosphocholin und Sialinsäure, die die Spermienmembran verändern. Erst hier erlangen die Spermien ihre Fähigkeit zur gerichteten Bewegung. Die glatte Muskulatur transportiert die Spermien durch peristaltische Kontraktionen Richtung Ductus deferens.

Mikroskopie-Tipps

Bei schwacher Vergrößerung siehst du viele runde bis ovale Gangquerschnitte mit glatter innerer Kontur und Spermien im Lumen. Bei starker Vergrößerung achte auf zwei Kernreihen (länglich oben, rund unten) und die büschelförmig verklebten Stereozilien. Abgrenzung zum Ductus deferens: gleiches Epithel, aber eine sehr dicke, dreischichtige Muskelwand und ein sternförmiges Lumen. Abgrenzung zu den Ductuli efferentes: dort ist das Lumenrelief „sägezahnartig“ mit Gruppen hoher und niedriger Zellen, und es gibt echte Kinozilien.

Präparat-Bilder

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