Schlundbögen, Schlundtaschen und Schlundfurchen
Entwicklung des Pharynx
In dieser Einheit werden die Entwicklungsgeschehnisse des Rachens behandelt.
Ab der 4. Embryonalwoche entstehen in der Kopf-Hals-Region die Schlundbögen (Pharyngealbögen) – Wülste aus Mesoderm und eingewanderten Neuralleistenzellen. Außen werden sie durch ektodermale Schlundfurchen, innen durch entodermale Schlundtaschen voneinander getrennt. Jeder Bogen erhält einen eigenen Nerv, eine Arterie, einen Knorpel und Muskulatur; daraus erklärt sich die Innervation vieler Kopf- und Halsmuskeln beim Erwachsenen.
Das Wichtigste in Kürze
- Schlundtaschen sind entodermal, Schlundfurchen ektodermal; die Schlundbögen enthalten Mesoderm und Neuralleistenzellen.
- 1. Tasche: Paukenhöhle und Tuba auditiva; 1. Furche: äußerer Gehörgang.
- 3. Tasche: Thymus und untere Epithelkörperchen; 4. Tasche: obere Epithelkörperchen; 5. Tasche: C-Zellen.
- Nerven der Bögen: 1. N. mandibularis, 2. N. facialis, 3. N. glossopharyngeus, 4. und 6. N. vagus.
- Persistiert der Sinus cervicalis, entstehen laterale Halszysten und -fisteln.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Schlundtasche und Schlundfurche?
Schlundtaschen sind innere, entodermale Ausstülpungen des Vorderdarms; Schlundfurchen sind äußere, ektodermale Einsenkungen der Körperoberfläche. Beide liegen jeweils zwischen zwei Schlundbögen einander gegenüber.
Wie entsteht eine laterale Halsfistel?
Normalerweise bildet sich der Sinus cervicalis – entstanden aus der 2. bis 4. Schlundfurche unter dem überwachsenden 2. Bogen – vollständig zurück. Bleibt ein Rest bestehen, entstehen Zysten oder Fisteln am Vorderrand des M. sternocleidomastoideus.
Warum werden die Kaumuskeln vom N. trigeminus versorgt?
Sie stammen aus dem 1. Schlundbogen, dessen Nerv der N. mandibularis (V3) ist. Muskeln behalten den Nerv ihres Ursprungsbogens auch nach ihrer Wanderung bei.
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