Bandapparat des Knies
Articulatio genus
In dieser Lerneinheit werden die Bänder des Kniegelenkes vorgestellt. Diese stabilisieren das Gelenk und bewirken außerdem eine Bandhemmung in der Articulatio genus. Es werden die Menisci, Ligamenta cruciata, Ligamentum patellae, Retinaculum patellae, Ligamenta collateralia und Ligamenta poplitea behandelt.
Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des Menschen und funktionell ein Drehscharniergelenk: Es erlaubt Beugung und Streckung sowie in Beugestellung eine Rotation des Unterschenkels. Weil Femurkondylen und Tibiaplateau knöchern kaum zueinander passen, hängt seine Stabilität ganz überwiegend vom Band- und Meniskusapparat ab – entsprechend häufig sind Sportverletzungen gerade dieser Strukturen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Menisci gleichen die Inkongruenz zwischen Femurkondylen und Tibiaplateau aus; der Innenmeniscus ist mit dem Innenband verwachsen und häufiger verletzt.
- Vorderes Kreuzband: lateraler Femurkondylus → Area intercondylaris anterior; hinteres: medialer Femurkondylus → Area intercondylaris posterior.
- Kreuzbänder sichern vor allem in Beugung und bremsen die Innenrotation; Seitenbänder sind in Streckung gespannt und bremsen die Außenrotation.
- Das Lig. collaterale fibulare liegt außerhalb der Kapsel, das Lig. collaterale tibiale ist mit Kapsel und Innenmeniscus verwachsen.
- Lig. patellae und Retinacula gehören zum Streckapparat des M. quadriceps femoris.
- Die Ligg. poplitea obliquum und arcuatum verstärken die Kapselhinterwand und verhindern die Überstreckung.
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Häufige Fragen
Was ist die „unhappy triad“?
Eine kombinierte Knieverletzung aus Riss des vorderen Kreuzbandes, des Innenbandes (Lig. collaterale tibiale) und des Innenmeniscus. Sie entsteht typischerweise durch ein Valgus-Außenrotations-Trauma bei gebeugtem Knie, z. B. beim Fußball oder Skifahren.
Warum reißt der Innenmeniscus häufiger als der Außenmeniscus?
Der Innenmeniscus ist mit der Gelenkkapsel und dem Lig. collaterale tibiale verwachsen und daher deutlich weniger verschieblich. Bei Dreh- und Scherbewegungen kann er schlechter ausweichen. Der Außenmeniscus hat keine Verbindung zum Außenband und ist beweglicher.
Wie prüft man das vordere Kreuzband?
Mit dem Lachman-Test (Knie ca. 20–30° gebeugt) oder dem vorderen Schubladentest (Knie 90° gebeugt): Lässt sich die Tibia gegenüber dem Femur vermehrt nach vorn ziehen, spricht das für eine Ruptur. Der Pivot-Shift-Test prüft die Rotationsinstabilität.
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