Nr. 33 Nervengewebe

Pseudounipolare Nervenzellen

Ganglion trigeminale · HE

Quiz starten
Ganglion trigeminale, HE, Nervenfasern zwischen Nervenzellen
1 2 3
Mittlere Vergrößerung Nervenfaserzug im Ganglion mit länglichen Schwann-Zellkernen; am oberen und unteren Rand angeschnittene Perikarya pseudounipolarer Nervenzellen. Aufnahme: © AnatomyProf

Beschriftete Strukturen

Für dieses Bild gibt es keine Beschriftung – nutze die Bildbeschreibung.

Das Ganglion trigeminale ist ein sensibles Ganglion und enthält die Perikarya der pseudounipolaren Nervenzellen des N. trigeminus. Im Schnitt sieht man große, rundliche Nervenzellkörper, die einzeln von einem Kranz kleiner Mantelzellen umgeben sind, und dazwischen Bündel von Nervenfasern.

Daran erkennst du es

  • Große, runde Perikarya
  • Heller, euchromatischer Kern mit großem Nucleolus
  • Feine Nissl-Schollen im Zytoplasma
  • Kranz kleiner Mantelzellkerne um jedes Perikaryon
  • Nervenfaserbündel zwischen den Zellgruppen

Aufbau

Pseudounipolare Neurone besitzen ein großes, rundes Perikaryon (bis etwa 100 µm) mit einem großen, hellen, euchromatischen Zellkern und einem auffälligen, dunklen Nucleolus („Eulenaugen“-Aspekt). Im Zytoplasma liegen feine Nissl-Schollen (raues ER), bei älteren Menschen auch bräunliches Lipofuszin. Aus dem Zellkörper entspringt nur ein Fortsatz, der sich T-förmig in einen peripheren und einen zentralen Ast teilt. Jedes Perikaryon ist von flachen Mantel- bzw. Satellitenzellen (periphere Gliazellen) und einer Basallamina umhüllt; außen schließt sich eine dünne Bindegewebsschicht an.

Funktion und Vorkommen

Pseudounipolare Neurone sind primär afferente, sensible Neurone. Ihr peripherer Ast leitet Informationen von Rezeptoren der Haut, Schleimhäute, Zähne und Muskeln zum Ganglion, der zentrale Ast leitet sie weiter ins ZNS – beim Trigeminus zum Hirnstamm. Die Erregung läuft am Perikaryon vorbei; es dient vor allem der Versorgung der langen Fortsätze. Vorkommen: Spinalganglien und sensible Hirnnervenganglien (V, VII, IX, X). Im Ganglion findet keine Umschaltung statt.

Mikroskopie-Tipps

Bei schwacher Vergrößerung erkennst du Gruppen großer, runder Zellen zwischen Nervenfaserzügen. Bei starker Vergrößerung achte auf den hellen Kern mit großem Nucleolus und den Kranz kleiner, dunkler Mantelzellkerne direkt um das Perikaryon. Der Kern ist nur angeschnitten, wenn die Zelle in ihrer Mitte getroffen ist – viele Perikarya erscheinen daher kernlos. Den Ursprungsfortsatz bzw. Axonhügel triffst du selten. Abgrenzung zum vegetativen Ganglion: Dort sind die Neurone multipolar, kleiner, oft exzentrisch kernhaltig und von weniger Mantelzellen umgeben.

Klinischer Bezug

Das Varizella-Zoster-Virus persistiert nach einer Windpockeninfektion in sensiblen Ganglien. Reaktiviert es im Ganglion trigeminale, entsteht ein Zoster ophthalmicus mit schmerzhaftem Bläschenausschlag im Versorgungsgebiet des N. ophthalmicus. Auch Herpes-simplex-Viren (Lippenherpes) ruhen hier. Bei der Trigeminusneuralgie treten blitzartige, heftige Gesichtsschmerzen auf, häufig ausgelöst durch einen Gefäß-Nerven-Kontakt an der Wurzel des Nervs. Zur Behandlung kann das Ganglion trigeminale gezielt durch das Foramen ovale punktiert und thermisch oder mit einem Ballon behandelt werden.

Präparat-Bilder

Teste dein Wissen

Ordne jedem Begriff die richtige Nummer im Bild zu.

Tippe im Bild auf die gesuchte Struktur.

Multiple-Choice-Fragen zu Aufbau und Funktion.

Aktualisiert: