Pseudounipolare Nervenzellen
Ganglion trigeminale · HE

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Das Ganglion trigeminale ist ein sensibles Ganglion und enthält die Perikarya der pseudounipolaren Nervenzellen des N. trigeminus. Im Schnitt sieht man große, rundliche Nervenzellkörper, die einzeln von einem Kranz kleiner Mantelzellen umgeben sind, und dazwischen Bündel von Nervenfasern.
Daran erkennst du es
- Große, runde Perikarya
- Heller, euchromatischer Kern mit großem Nucleolus
- Feine Nissl-Schollen im Zytoplasma
- Kranz kleiner Mantelzellkerne um jedes Perikaryon
- Nervenfaserbündel zwischen den Zellgruppen
Im Präparat aufsuchen
- Perikaryon einer pseudounipolaren Nervenzelle
- Zellkern
- Nucleolus
- Nissl-Schollen
- Mantelzellen (Satellitenzellen)
- Axonhügel bzw. Ursprungsfortsatz (falls angeschnitten)
- Nervenfasern mit Schwann-Zellkernen
Aufbau
Pseudounipolare Neurone besitzen ein großes, rundes Perikaryon (bis etwa 100 µm) mit einem großen, hellen, euchromatischen Zellkern und einem auffälligen, dunklen Nucleolus („Eulenaugen“-Aspekt). Im Zytoplasma liegen feine Nissl-Schollen (raues ER), bei älteren Menschen auch bräunliches Lipofuszin. Aus dem Zellkörper entspringt nur ein Fortsatz, der sich T-förmig in einen peripheren und einen zentralen Ast teilt. Jedes Perikaryon ist von flachen Mantel- bzw. Satellitenzellen (periphere Gliazellen) und einer Basallamina umhüllt; außen schließt sich eine dünne Bindegewebsschicht an.
Funktion und Vorkommen
Pseudounipolare Neurone sind primär afferente, sensible Neurone. Ihr peripherer Ast leitet Informationen von Rezeptoren der Haut, Schleimhäute, Zähne und Muskeln zum Ganglion, der zentrale Ast leitet sie weiter ins ZNS – beim Trigeminus zum Hirnstamm. Die Erregung läuft am Perikaryon vorbei; es dient vor allem der Versorgung der langen Fortsätze. Vorkommen: Spinalganglien und sensible Hirnnervenganglien (V, VII, IX, X). Im Ganglion findet keine Umschaltung statt.
Mikroskopie-Tipps
Bei schwacher Vergrößerung erkennst du Gruppen großer, runder Zellen zwischen Nervenfaserzügen. Bei starker Vergrößerung achte auf den hellen Kern mit großem Nucleolus und den Kranz kleiner, dunkler Mantelzellkerne direkt um das Perikaryon. Der Kern ist nur angeschnitten, wenn die Zelle in ihrer Mitte getroffen ist – viele Perikarya erscheinen daher kernlos. Den Ursprungsfortsatz bzw. Axonhügel triffst du selten. Abgrenzung zum vegetativen Ganglion: Dort sind die Neurone multipolar, kleiner, oft exzentrisch kernhaltig und von weniger Mantelzellen umgeben.
Klinischer Bezug
Das Varizella-Zoster-Virus persistiert nach einer Windpockeninfektion in sensiblen Ganglien. Reaktiviert es im Ganglion trigeminale, entsteht ein Zoster ophthalmicus mit schmerzhaftem Bläschenausschlag im Versorgungsgebiet des N. ophthalmicus. Auch Herpes-simplex-Viren (Lippenherpes) ruhen hier. Bei der Trigeminusneuralgie treten blitzartige, heftige Gesichtsschmerzen auf, häufig ausgelöst durch einen Gefäß-Nerven-Kontakt an der Wurzel des Nervs. Zur Behandlung kann das Ganglion trigeminale gezielt durch das Foramen ovale punktiert und thermisch oder mit einem Ballon behandelt werden.
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Häufige Fragen
Warum heißen die Zellen „pseudounipolar“?
Sie entstehen aus bipolaren Vorläufern, deren zwei Fortsätze zu einem gemeinsamen Stamm verschmelzen. Dieser teilt sich T-förmig in einen peripheren und einen zentralen Ast.
Was sind Mantelzellen?
Flache periphere Gliazellen, die jedes Perikaryon im Ganglion lückenlos umhüllen. Sie stützen und versorgen das Neuron und regulieren sein Mikromilieu.
Wieso sehe ich bei vielen Nervenzellen keinen Kern?
Die Perikarya sind viel größer als die Schnittdicke. Nur Schnitte durch die Zellmitte treffen auch den Kern.
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