Bipolare Nervenzellen
Ganglion spirale (Cochlea) · HE

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Das Ganglion spirale (Ganglion cochleare) liegt im knöchernen Rosenthal-Kanal an der Basis der Lamina spiralis ossea und windet sich mit der Schnecke um den Modiolus. Es enthält die Perikarya der bipolaren Nervenzellen des Hörnervs, die einen Fortsatz zu den Haarzellen des Corti-Organs und einen zum Hirnstamm schicken.
Daran erkennst du es
- Lage im knöchernen Kanal an der Basis der Lamina spiralis ossea
- Dicht gelagerte, ovale Perikarya
- Runder, heller Kern mit Nucleolus
- Zwei Fortsätze an gegenüberliegenden Polen
- Umgebende Satelliten- bzw. Schwann-Zellen
Im Präparat aufsuchen
- Ganglion spirale im Modiolus
- Perikaryon einer bipolaren Nervenzelle
- Zellkern mit Nucleolus
- Dendritischer und axonaler Pol (falls angeschnitten)
- Schwann- bzw. Satellitenzellen
- Lamina spiralis ossea
- Nervenfasern des N. cochlearis
Aufbau
Bipolare Nervenzellen besitzen einen ovalen bis spindelförmigen Zellkörper mit zwei Fortsätzen an entgegengesetzten Polen: einem dendritischen (peripheren) Pol und einem axonalen (zentralen) Pol. Der Kern ist rund, hell und euchromatisch mit deutlichem Nucleolus. Die Perikarya sind kleiner als die pseudounipolarer Neurone, liegen dicht gedrängt und sind von Satellitenzellen umgeben; bei vielen Spezies (und beim Menschen zum Großteil) umhüllen Schwann-Zellen sogar das Perikaryon mit lockerem Myelin. Zwischen den Zellgruppen ziehen Nervenfasern.
Funktion und Vorkommen
Die bipolaren Neurone des Ganglion spirale sind das erste Neuron der Hörbahn. Ihr peripherer Fortsatz zieht durch die Lamina spiralis ossea zu den Haarzellen – rund 95 % zu den inneren Haarzellen –, ihr zentraler Fortsatz bildet den N. cochlearis und endet in den Ncll. cochleares des Hirnstamms. Bipolare Neurone kommen außerdem im Ganglion vestibulare, in der Netzhaut (zwischen Photorezeptoren und Ganglienzellen) und als Riechzellen im Riechepithel vor.
Mikroskopie-Tipps
Orientiere dich zunächst an der Schnecke: Der knöcherne Modiolus bildet die Achse, von ihm ragt die Lamina spiralis ossea in den Schneckengang. An ihrer Basis liegt in einem knöchernen Kanal ein dichtes Nest rundlicher Zellen – das Ganglion spirale. Bei starker Vergrößerung siehst du runde, helle Kerne mit Nucleolus in eosinophilem Zytoplasma. Die beiden Fortsätze sind im Schnitt nur selten gleichzeitig getroffen; die Zuordnung „bipolar“ ergibt sich vor allem aus der Lage. Die perilymphatischen Räume enthalten häufig ausgefälltes, rosa-fädiges Protein.
Klinischer Bezug
Ein Cochlea-Implantat umgeht ausgefallene Haarzellen und reizt die Fasern bzw. Neurone des Ganglion spirale direkt elektrisch – es funktioniert deshalb nur, wenn diese Neurone erhalten sind. Beim Vestibularisschwannom (Akustikusneurinom) im inneren Gehörgang kann der N. cochlearis komprimiert werden, was zu einseitiger Hörminderung führt. Auch mit dem Alter (Presbyakusis) und nach Lärmschäden gehen Haarzellen und sekundär Neurone des Ganglion spirale verloren.
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Häufige Fragen
Wo genau liegt das Ganglion spirale?
Im Rosenthal-Kanal (Canalis spiralis modioli), einem spiraligen Knochenkanal im Modiolus an der Basis der Lamina spiralis ossea.
Was unterscheidet bipolare von pseudounipolaren Neuronen?
Bei bipolaren Neuronen gehen zwei getrennte Fortsätze von entgegengesetzten Polen ab. Bei pseudounipolaren Neuronen verschmelzen sie zu einem Stamm, der sich T-förmig teilt.
Wo gibt es noch bipolare Neurone?
Im Ganglion vestibulare, in der Netzhaut und im Riechepithel.
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