Oozyten und Follikelreifung

Ovar · HE

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Ovar, HE, Übersicht: Primordial-, Primär- und Sekundärfollikel im Rindenstroma
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Übersicht Ovarrinde in der Übersicht: Follikel verschiedener Größe im zellreichen Stroma; vergleiche Zahl der Epithelschichten und Größe der Follikel. Aufnahme: © AnatomyProf

Beschriftete Strukturen

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Im Eierstock findet man die Ovarialfollikel ("Bläschen"). Die Entwicklung dieser wird in die folgenden Phasen eingeteilt: Primordialfollikel (einschichtig flaches Epithel), Primärfollikel (einschichtig kubisches Epithel, Zona pellucida).

Es folgen der Sekundärfollikel mit mehrschichtigem Follikelepithel (Stratum granulosum) und beginnender Theca aus dem umgebenden Stroma sowie der Tertiärfollikel, in dem sich zwischen den Granulosazellen ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, das Antrum folliculi, bildet. Die Oozyte liegt dann exzentrisch auf einem Granulosahügel (Cumulus oophorus). Der sprungreife Tertiärfollikel heißt Graaf-Follikel. In allen Stadien ist die Oozyte in der Prophase der ersten meiotischen Teilung (Diktyotän) arretiert.

Daran erkennst du es

  • Rinde mit Follikeln in zellreichem, spinozellulärem Stroma
  • Große Oozyten mit hellem Kern und Nukleolus
  • Follikelepithel flach, kubisch oder mehrschichtig je nach Stadium
  • Eosinophile Zona pellucida um die Oozyte
  • Tertiärfollikel mit flüssigkeitsgefülltem Antrum

Aufbau

Das Ovar gliedert sich in eine Rinde mit Follikeln in einem zellreichen, spinozellulären Stroma und ein gefäßreiches Mark. Außen liegt ein einschichtiges, flaches bis kubisches Oberflächenepithel, darunter die derbe Tunica albuginea. Primordialfollikel liegen in großer Zahl dicht unter der Oberfläche: eine Oozyte mit großem, hellem Kern, umgeben von wenigen flachen Follikelepithelzellen. Im Primärfollikel sind die Zellen kubisch, und zwischen Oozyte und Epithel erscheint die eosinophile Zona pellucida. Ab dem Sekundärfollikel gliedert sich das Stroma um den Follikel in eine zellreiche, hormonbildende Theca interna und eine faserreichere Theca externa; beide sind durch eine Basalmembran von der Granulosa getrennt.

Funktion

Bei der Geburt enthält das Ovar etwa 1–2 Millionen Primordialfollikel, bei der Pubertät noch rund 400 000; nur etwa 400 davon ovulieren im Leben. In jedem Zyklus wächst eine Kohorte von Follikeln heran, meist erreicht nur ein dominanter Follikel die Ovulation, die übrigen werden atretisch. Theca-interna-Zellen bilden unter LH-Einfluss Androgene, die Granulosazellen unter FSH-Einfluss zu Östrogenen aromatisieren. Kurz vor der Ovulation vollendet die Oozyte die Meiose I und arretiert erneut in der Metaphase II. Nach dem Eisprung wird der Follikelrest zum Gelbkörper (Corpus luteum).

Mikroskopie-Tipps

Suche zuerst die Oberfläche des Ovars und gehe von dort nach innen: Unter dem Oberflächenepithel liegen Nester kleiner Primordialfollikel, tiefer die größeren Stadien. Entscheidend für die Einordnung sind Form und Zahl der Follikelepithelschichten sowie das Vorhandensein eines Antrums. Die Oozyte ist nicht in jedem Schnitt getroffen – ein Follikel ohne Oozyte im Bild ist kein Fehler, sondern ein Randanschnitt. Atretische Follikel erkennst du an geschrumpfter Oozyte, gefalteter Zona pellucida und zerfallenden Granulosazellen. Das Stroma unterscheidet sich von glatter Muskulatur durch seine wirbelartig angeordneten, spindelförmigen Zellen.

Klinischer Bezug

Beim polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) reifen viele Follikel an, ohne zu ovulieren; erhöhte Androgene, Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit sind die Folge. Die Zahl der verbleibenden Follikel – die ovarielle Reserve – lässt sich über das Anti-Müller-Hormon der Granulosazellen abschätzen. Chemotherapie und Bestrahlung können den Follikelvorrat zerstören, deshalb wird bei jungen Patientinnen vorab Ovargewebe kryokonserviert. Mit der Menopause ist der Vorrat weitgehend erschöpft, und die Östrogenbildung sinkt.

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